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Orgelkonzert

Sechs Triosonaten für Orgel BWV 525-530


Johann Sebastian Bachs sechs Triosonaten (BWV 525-530) gelten als absolute Höhepunkte der Orgelliteratur und gleichzeitig als eine der größten pädagogischen Herausforderungen für Organisten. Bach komponierte sie ursprünglich zwischen 1727 und 1730 in Leipzig, vermutlich als Übungsstücke für seinen ältesten Sohn Wilhelm Friedemann.

Die Besonderheit dieser Sonaten liegt in ihrer konsequenten obligaten Dreistimmigkeit. Das bedeutet, dass drei völlig gleichberechtigte Stimmen miteinander interagieren.

Bach orientierte sich hier stark am modernen italienischen Konzertstil, insbesondere an Antonio Vivaldi. Fast alle Sonaten folgen dem Schema Schnell - Langsam - Schnell. Die Stimmen imitieren sich oft gegenseitig, werfen sich Motive zu oder spielen in virtuosen Ketten.

Spieltechnisch gesehen, gelten die Stücke als "Reifeprüfung" eines Organisten. Der Spieler muss eine vollkommene Unabhängigkeit der Gliedmaßen besitzen. Da die Hände oft auf zwei verschiedenen Manualen mit unterschiedlichen Registrierungen spielen, darf keine Stimme die andere dominieren oder beeinflussen. Durch die strikte Dreistimmigkeit fällt jeder kleinste Fehler sofort auf. Es gibt keine füllenden Akkorde, hinter denen man sich verstecken könnte.

Obwohl sie heute als Kernrepertoire der Orgel gelten, ist der Schreibstil so universell "cembalistisch", dass sie ebenso gut auf einem Pedalcembalo oder einem Pedalflügel klingen. Sie sind reine Kammermusik, die zufällig auf der Orgel ausgeführt wird.

Um die sechs Triosonaten (BWV 525-530) auf jenem Niveau zu beherrschen, das man in der Thomaskirche erwartet, bringt Johannes Lang, Thomasorganist in Leipzig, eine ganz spezifische Kombination aus Ausbildung und Begabung mit. Er ist nicht nur Organist, sondern auch profilierter Cembalist (Studium bei Robert Hill). Das befähigt ihn, die feine, artikulierte Anschlagstechnik des Cembalos hervorragend auf die Orgel zu übertragen, was verhindert, dass die drei Stimmen in der Kirchenakustik "verschwimmen". Zugleich lässt sein tiefes Verständnis für barocke Phrasierung und Verzierungskunst die Sonaten wie lebendige Kammermusik wirken, nicht wie starre Orgelwerke. Nachdem er am Reformationstag 2025 das gesamte Orgelwerk Bachs innerhalb von 22 Stunden aufzuführen vermochte, ist er zweifellos auch dazu prädestiniert, sämtliche Triosonaten entsprechend vorzutragen.

Das Kirchheimer Publikum darf sich auf ein wahrlich außergewöhnliches Orgelkonzert freuen!

So. 19.Juli 2026,  17:00 Uhr

Orgelkonzert

Johannes Lang | Orgel

Johannes Lang | Orgel