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Dübenmusik

Die Dübensammlung zählt mit 2300 Werken von über 300 Komponisten, insgesamt 30.000 handschriftlichen Seiten und 50 Drucken zu den bedeutendsten Originalquellen für Musikwerke des 17. Jahrhunderts. Zwischen 1640 und 1720 von Gustav Düben und seinem Sohn zusammengetragen und später der Universitätsbibliothek Uppsala anvertraut, geriet sie lange in Vergessenheit. Erst 1888 hat Carl Stiehl sie per Zufall auf einem Dachboden wiederentdeckt. 100 Jahre später haben Kerala J. Snyder und Erik Kjellberg begonnen, alle Werke zu digitalisieren. 2006 wurde die Datenbank der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Mit der Gründung des Kirchheimer DübenConsorts, bestehend aus hochspezialisierten Musikerinnen und Musikern für dieses frühe Repertoire, die fast alle an der berühmten Schmiede für Alte Musik, der Schola Cantorum Basiliensis, studiert haben, begibt sich der Kirchheimer Konzertwinter auf exklusive Pionierpfade. Im Zentrum der dieses Jahr erstmalig stattfindenden Dübenmusik stehen ausgewählte Werke für vokale Bass-Stimme und Instrumente mit der klassischen Consortbesetzung, bestehend aus 2 Violinen, 2 Violen da Gamba, Violone, Dulzian, Theorbe und Orgel. Musiziert wird in mitteltöniger Stimmung und im Chorton auf 465 Hz, einer im 17. Jahrh. relativ weit verbreiteten Stimmtonhöhe, die einen halben Ton über der heute gebräuchlichen von 440 Hz liegt.

Erklärtes Ziel ist es, die vielen noch unerhörten Schätze dieser einmaligen Musik-Kollektion nach und nach wieder ans Licht zu bringen. Man darf sehr gespannt sein auf dieses Abenteuer der Wiederbelebung dieses kulturgeschichtlich so bedeutsamen Erbes.

Deutschlandfunk Kultur wird dieses besondere Projekt aufzeichnen und zu einem späteren Zeitpunkt ausstrahlen.

So. 01.März 2020, 17:00 Uhr

Dübenmusik

Alte Musik aus der Dübensammlung
Kirchheimer DübenConsort

Dominik Wörner | Bass
Jörg-Andreas Bötticher | Leitung

Eintritt frei, Spenden erbeten