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Cembaloabend

Goldberg-Variationen

Die als Clavier-Übung IV im Jahre 1741 gedruckte Aria mit verschiedenen Veränderungen (BWV 988) wurde nach Jo - hann Gottlieb Goldberg benannt, der sich als hochbegabter Cembaloschüler von Johann Sebastian Bach in Diensten des Grafen Hermann Carl von Keyserlingk befand, der wiederum ein guter Freund der Bach-Familie war.

Einer Anekdote nach soll Bach seinem adligen Freund diese Aria mit 30 Veränderungen als „klingende Medizin“ kompo- niert haben, um seine schlaflosen Nächte mit den Variationen, gespielt durch Goldberg, ein wenig aufzuheitern.

Die sogenannten Goldberg-Variationen zählen zum Kunst- vollsten, was je für Tasten geschrieben wurde. Die Aria soll am Anfang und Ende gespielt werden, dazwischen gibt es zwei Folgen mit jeweils fünfzehn Variationen, die wiederum in Dreiergruppen unterteilt sind, jeweils bestehend aus zwei freien und einer kanonischen Variation in aufsteigender Folge vom Kanon all Unisuono bis zum Kanon alla Nona.

Die Variationen orientieren sich dabei interessanterweise kaum an der Melodie der Arie, sondern vielmehr an der 32-taktigen Bass-Linie. Bemerkenswert ist das Quodlibet als letzte Variation, in das Bach zwei damalige thüringisch- sächsische Gassenhauer eingearbeitet hat.

Im 20. Jahrhundert hat sich die Interpretation auf dem moder- nen Flügel manifestiert, wobei laut Erstdruck die Veränderun- gen ausdrücklich „vors Clavicimbal mit 2 Manualen“ geschrie- ben sind. Auf diesem ursprünglich intendierten Instrument werden sie heute auch erklingen, gespielt von Masato Suzuki, dem Cembalisten und Dirigenten des Bach Collegium Japan.

So. 28.08.2022, 17:00 Uhr

Cembaloabend

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Aria mit 30 Veränderungen

BWV 988


Foto: Masato Suzuki

Masato Suzuki | Cembalo