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Violoncello & Cembalo

Im Geschmack von sechs Nationen


Zwei Instrumente, sechs Identitäten: Das Violoncello, mal dunkel raunend, mal in den höchsten Tönen singend, trifft auf den silbrigen, rhythmisch prägnanten Klang des Cembalos. Zwei Musiker spüren mit diesen Instrumenten den feinen Nuancen nach, die die Musiklandschaft des damaligen Europas so reich und divers machten.

Den Zuhörer erwartet ein barockes Klanggemälde für Violoncello und Cembalo. Unter dem Titel "Im Geschmack von sechs Nationen" entfalten Guido Larisch (Violoncello) und Kristian Nyquist (Cembalo) die ganze Pracht, Eleganz und emotionale Tiefe des musikalischen Barock und der Vorklassik. Das Programm vereint Meisterwerke aus Frankreich, Italien, Deutschland, England und den Niederlanden und zeigt, wie die Komponisten jener Zeit die nationalen Stile prägten, miteinander verschmolzen und virtuos über die Grenzen hinweg dachten.

Jean-Baptiste Barrière (1707-1747) gilt als der große Virtuose, der das Violoncello in Frankreich populär machte. Seine Sonaten vereinen den typisch französichen eleganten Verzierungsstil mit feuriger italienischer Spieltechnik- ein perfekt ausbalancierter, edler Klang.

Der Niederländer Willem de Fesch (1687-1761) schuf eine Brücke zwischen den Nationen. Seine Werke spiegeln die Klarheit und handwerkliche Perfektion der niederländischen Schule wider, stark beeinflusst von seinen Reisen nach London und Italien.

Mit typisch britischem Understatement und kantabler Melodieführung bereichert William Flackton (1709-1793) das Programm. Seine Kompositionen zeichnen sich durch einen charmanten, oft volksliedhaften Charakter aus, der einen wunderbaren Kontrast zu den südländischen Temperamenten bildet.

Italien steht für Leidenschaft, Virtuosität und Gesanglichkeit. Salvatore Lanzetti (1710-1780) lotete die technischen Grenzen des Cellos völlig neu aus und entfacht so ein wahres Feuerwerk auf den Saiten. Domenico Scarletti (1685-1757) steuert mit seinen bahnbrechenden Cembalosonaten die rhythmische Raffinesse und die harmonische Kühnheit der iberischen und italienischen Halbinsel bei.

Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795), der sog. "Bückeburger Bach" repräsentiert den Übergang vom Barock zur Klassik. Seine Werke - im "empfindsamen Stil" geschriebern - bestechen durch tiefe Emotionalität, formale Klarheit und einen zukunftsweisenden Dialog zwischen den beiden Instrumenten.


So. 15.09.2026, 17:00 Uhr

Violoncello & Cembalo

Im Geschmack von sechs Nationen

Werke von Flackton, Scarlatti, Barrière u.a.



Foto: Guido Larisch

Guido Larisch | Violoncello

Foto: Kristian Nyquist

Kristian Nyquist | Cembalo